Fechten ist erfahrungsgemäß sicherer als viele Ballsportarten. Es ist aber wichtig, dass du einige Sicherheitshinweise beachtest:

Beim Üben müssen du und dein Partner jederzeit die absolute Kontrolle über eure Waffen haben. Dies erreicht ihr durch sehr langsame Bewegungen. Falls nun einer von euch einen Fehler macht, kann der Andere trotzdem darauf reagieren. Wenn beispielsweise dein Partner einen Schlag zu deinem Kopf führt, und deine Abwehr dagegen misslingt, dann muss dein Partner seinen Hieb stoppen bevor er deinen Kopf trifft. Ein Unfall kann sich bei dieser Form des Übens nur ereignen, wenn ihr beide gleichzeitig einen Fehler machen, was unwahrscheinlich ist.

Langsames Arbeiten verbessert oder ermöglicht sogar erst den Lernprozess. Du kannst deinen eigenen Bewegungen gedanklich noch folgen und sie damit bewusst steuern und verändern. Dies ist wichtig, da du Fehler nur durch Veränderung verbessern kannst.

Bei Partnerübungen solltet ihr niemals versuchen besonders schnell zu arbeiten. Wenn eure Erfahrung zunimmt und euer Umgang mit dem Schwert sicherer wird, dann entwickelt sich die Geschwindigkeit ganz von alleine. Das Motto ist: Langsam ist präzise, präzise ist schnell.

Oft unterscheiden sich beim Üben die Fähigkeiten der beiden Partner. In diesem Fall bestimmt der unerfahrenere und langsamere Fechter das Tempo. Der erfahrenere und schnellere Fechter muss sich anpassen und Rücksicht nehmen.

Sollte eure Konzentrationsfähigkeit nachlassen, müsst ihr die Übung sofort unterbrechen. Unter Umständen hilft eine kurze Pause oder eine Kleinigkeit zu Essen. Bitte vergesst auch nicht während des Trainings ausreichend zu trinken – ein Liter Wasser pro Stunde ist bei intensiver körperlicher Belastung dringend empfohlen.

Neueinsteiger, die sich lange nicht sportlich betätigt haben, sollten das Training am Anfang mit geringer Intensität betreiben. Der Körper muss Gelegenheit bekommen sich an die ungewohnten Bewegungen anzupassen, damit keine Missgeschicke wie Zerrungen oder umgeknickte Knöchel entstehen.

Gesicht und insbesondere Augen sind beim Fechten einer gewissen Gefährdung ausgesetzt. Ein versehentlicher Treffer kann hier leicht bleibende Schäden hinterlassen. In den Videos wird zumeist mit Ersatzzielen gearbeitet. Das heißt zum Beispiel, anstatt des Kopfes wird der durch Muskeln geschützte Oberarm angegriffen. Unbeabsichtigte Treffer an einem solchen Ersatzziel haben lediglich blaue Flecken zur Folge, wenn überhaupt. Wir legen dir und deinem Partner daher ans Herz, Übungen zum Kopf ausschließlich mit Fechtmaske zu trainieren, auch wenn in den Videos zu Demonstrationszwecken keine Masken getragen werden.

Hier noch einmal alle Punkte auf einen Blick:

  • Arbeitet so langsam, dass ihr jederzeit die volle Kontrolle über eure Waffe habt.
  • Verwendet die Ersatzziele, greift zum Oberarm anstatt zum Kopf an. Greift den Kopf nur an wenn er durch eine Fechtmaske geschützt ist.
  • Der Langsamere und Unerfahrenere Partner bestimmt die Geschwindigkeit. Nehmt Rücksicht.
  • Unterbrecht das Training wenn ihr bemerkt dass eure Konzentration nachlässt.
  • Trinkt genug.