Die Begriffe Vor und Nach sind zwei der fünf Wörter für die Prinzipien, welche das Fundament des historischen europäischen Fechtens in der Tradition des Fechtmeisters Johannes Liechtenauer bilden. Diese beiden Begriffe beschreiben wer in einer bestimmten Kampfsituation die Initiative hat und damit "im Vor" ist und wer auf die Aktionen des Anderen reagiert, und sich damit erst einmal "im Nach" befindet.

Wer einen Angriff beginnt während der Gegner passiv bleibt, kommt damit ins Vor, zwingt den Gegner dazu sich erst einmal mit diesem Angriff zu beschäftigen und schränkt ihn dadurch seinen Handlungsspielraum ein.

Wer einen Angriff erweitert, zum Beispiel mit einer Technik wie dem Duplieren oder dem Durchwechseln, versucht selbst im Vor zu bleiben und den Gegner weiter ins Nach zu drängen.

Wer einen Angriff mit dem richtigen Timing kontert, startet im Nach und erobert sich das Vor zurück und dreht damit die Verhältnisse damit um, so dass sich der ursprüngliche Angreifer im Nach befindet.